Helmlautsprecher


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Was man aus gebrauchten Socken, Tacker- Klammern und einer abgelaufenen Versicherungskarte so alles bauen kann, wenn man es denn ganz einfach mal macht ist schon erstaunlich, oder?

Sieh selber:

Die Zielsetzung: Benötigt wird ein Helmlautsprecher für Navigationsansagen (und/oder Musik). Und zwar gerne solche die man auch hören kann bei Jet Helm Geräuschkulisse. Mein Helm ist ein NEXO Jethelm Fiberglass, Modell URBAN von Polo. Erstanden im Räumungsverkauf für 99 Euronen.

Die Herausforderung: Zunächst einmal ist festzustellen wo sie denn genau sind, die Ohren. Kein Scherz. Meine eigenen Ohren sind leider nicht da wo in meinem Helm Platz ist für die Dinger, also die Lautsprecher. Sitzen diese nicht exakt am Ohr funktioniert zwar möglicherweise alles, es besteht jedoch die Gefahr das Du spätestens nach dem betätigen des Anlassers nur noch Dein Motorrad hören wirst.

Das Material:
Hinter dem Schrank gefunden, 1 Paar Socken, relativ sauber. Du verwendest nur die Zehenkappe
Detlev Louis, Art.-Nr.10001353, Bezeichnung: Stereo Kopfhörer für Motorradhelme Mp3-Player (€30)
Doppelseitiges Klebeband (Alternativ pattex), Einwegskalpell, (Nagel-) Schere
Tacker für No. 10 Klammern mit ausreichend Klammern
Eine Plastikkarte (EC-, Kredit-, oder sonstige Karte)
ggf. Klettverschluss (Haken & Flausch)
Ein Teelöffel
Gaffa Tape (Faserklebeband)
TOPPING NX1s Tragbarer Kopfhörerverstärker (€40, optional)

Die Umsetzung: Und los geht es. Wichtig ist es das Originalteil von Tante Louise von den textilen Hüllen um die Lautsprecher herum zu befreien. Die sind zu groß, das passt so nicht. Das macht man am besten mit einem Skalpell, alternativ geht auch die Nagelschere.

Schau Dir die Bauteile zunächst einmal an:

Links siehst Du die originale Textilhülle, in der Mitte den freigelegten Lautsprecher und darunter die ausgeschnittene Plastikkarte, gerne großzügig dimensioniert. Ich habe ca. 2 mm mehr Durchmesser genommen als der Lautsprecher Durchmesser hat. Das schwarze Teil am Magneten des Lautsprechers gehört zum Lieferumfang und dient Dir als Abstandhalter. Das ist wichtig, sonst kommst Du mit dem Tacker nicht zwischen Karte und Lautsprecher. Unter dem Tacker sieht man den abgeschnittenen Rand deines Abstandshalters. Der muss weg sonst kommst Du nicht nah genug an den Magneten heran denn Du tackerst 2 Reihen. Einmal innen, am Magneten um das Stück Socke an der Karte zu befestigen und anschließend außen um den Haken- Stoff des Klettverschlusses anzubringen.

Vong Ergebnis her sieht das dann so oder so ähnlich aus aus:

Oben siehst Du den in den Stoff der Socke eingeschlagene Lautsprecher mit Abstandhalter. Dann die ausgeschnittene Karte an der der Stoff innen, nahe dem Magneten befestigt wurde. Das weiße Folienzeug ist doppelseitiges Klebeband und dient dazu die Teile zu fixieren. Das ist wichtig denn sonst verzieht sich das Bauteil bei der Verbindung mit dem Tacker.
Ganz oben im Bild ist der Haken- Stoff des Klettverschlusses zu sehen. Der wird ebenfalls mit dem Tacker befestigt, am äußeren Rand der Karte, wie gesagt.

Fixiere mit dem Klebeband den Abstandhalter am Magneten und an der Karte und die Karte an dem Klettverschluss. Sonst verrutscht es Dir bei der Montage. Und achte darauf das Du nicht in die Kabel tackerst.
Drück den Tacker beherzt aber nicht wie ein Ork, sonst produzierst Du "kalte" Verbindungen. Und die "kalten" Krampen darfst Du dann mühselig aus dem Bauteil herauspulen.

Schon müde? Keine Sorge, jetzt kommt der leichte Teil.

Der Flausch des Klettverschlusses wird mit dem Kinnriemen verklebt und, Du ahnst es bereits, getackert. Der Krampen links ist übrigens "kalt". Zu Deiner Information, so sieht das aus.

Ab hier wird es einfach. Die Töner werden mittels Klettverschluss an den Kinnriemen befestigt. Die Kabel mit Gaffa Tape an der Innenseite des Helms fixiert. Und mit dem Teelöffel schiebst Du das Kabel des Lautsprechers (der auf der rechten Seite) zwischen die Helmschale und die Polster. Also mit dem Griff des Löffels, ja?

Das sieht ungefähr so aus:

So, das war es schon. Wangenpolster wieder einbauen und gut ist es.

Soundcheck
Referenz ist ein AKG k451 den ich vor Jahren bei Gravis in Hamburg gekauft habe. 99 Euronen habe ich damals für das Teil bezahlt. Ein Standard Kopfhörer, nicht schlecht am mobile Phone. Der Helmlautsprecher kommt da locker mit. Das ist also erst einmal zufriedenstellend.

Pimp my ride
Einen Verstärker kann man auch mit einflechten. Selber habe ich den TOPPING NX1s, einn tragbarer Kopfhörerverstärker (ca. 40 Euronen), erstanden bei eBay . Es macht nur einen kleinen Unterschied. Und es ist ein Unterschied. Der NX1s bringt den AKG und den Tante Louise Helmlautsprecher an die Grenze ihrer Darstellunsfähigkeit. Der Löffel Butter mehr, für die Autobahn oder starken Wind.

Für Hardcore Bastler ist eventuell das hier eine Option. So weit bin ich selber leider noch nicht.

Was noch zu tun ist
Lautstärke hast Du jetzt. Leider noch nicht sicher regelbar im Fahrbetrieb. Aber das ist ein anderes Thema. Da habe ich schon eine Idee. Das wird schon.

Fazit
Es muss nicht immer Schuberth sein. Für kleines Geld gibt es richtig Bumbum. Durch den Klettverschluss kannst Du die Teile justieren. Das lohnt sich. Also mein linkes Ohr sitzt etwas weiter unten, hinten. Ok, weitere anatomische Details erspare ich Dir. Und der Verstärker ist ein zusätzlicher Nutzen. Wenn Du das gebrauchen kannst. Viel wichtiger ist die Positionierung der Lautsprecher, das macht einen großen Unterschied. Das kannst Du auch mit einem Verstärker gar nicht ausgleichen.

Eine Stunde selber Hand anlegen und was Ordentliches dafür bekommen? Ja, das geht. Nur Mut, das packst Du schon!

Viel Erfolg, und keinen Song von Slim Whitman hören! Nicht das es Dir geht wie den kleinen Kerlen in Mars Attacks!

Bis bald! Und keinen Slim Whitman Song, ja?